
U-Bahn-Ausbau in Wien
Montag, 31. März 2008
Wiener U-Bahn: Zehn Minuten vom Zentrum zum EM-Stadion
Ab 10. Mai 2008 auch ins Ernst-Happel-Stadion mit der neuen U2. Durch weiteren U-Bahn-Ausbau bis 2035 eine Milliarde Fahrgäste für Wiener Linien.
Beim Wiener-Stadtwerke-Expertenforum im MuseumsQuartier Wien diskutierten international anerkannte Experten die Auswirkungen des U-Bahn-Baus für die Umwelt, die Stadtplanung und die Standorthierarchie in Wien. „Die U-Bahn ist ein Thema, das Wien in vieler Hinsicht bewegt“, beschreibt Geschäftsführer Michael Lichtenegger das Herzstück im Angebot der Wiener Linien. „Dabei geht es nicht nur um den Transport von täglich 1,3 Millionen Menschen mit der U-Bahn“, so Lichtenegger. Auch wenn sich während der Fußball-Europameisterschaft diese Zahl erhöhen wird. „Vor allem, da Fahrgäste ab 10. Mai 2008 mit der U-Bahn-Linie 2 in zehn Minuten von der Fanzone am Rathausplatz direkt zum Ernst-Happel-Stadion fahren werden können“, zeigt sich der Geschäftsführer von Wiens führendem Mobilitätsanbieter für öffentlichen Nahverkehr optimistisch. „Die neue dreigleisige Station beim EM-Stadion ist mit ihren zwei Mittelbahnsteigen und zusätzlichen Stiegenabgängen für Großereignisse ausgelegt und wird für Fahrgäste ein Maximum an Sicherheit bieten“, erklärt Kurt Höfling, Leiter der U-Bahn-Planung bei den Wiener Linien. „Mit U-Bahn-Zügen im Zwei-Minuten-Takt können wir in einer Stunde 24.000 Stadionbesucher befördern“, so Höfling über den Anpfiff für eine neue Ära in verkehrstechnischer Hinsicht für Großereignisse in Österreichs größtem Stadion.
U-Bahn-Ausbau für eine Milliarde Fahrgäste
Das Wiener U-Bahn-Netz ist 66 Kilometer lang und umfasst 90 Stationen. Neun weitere Kilometer und elf zusätzliche Stationen sind derzeit in Bau. Mit Abschluss der vierten Ausbauphase der U-Bahn für die U1 nach Rothneusiedl und die U2 zum Flugfeld Süd und zur Gudrunstraße wird das Wiener U-Bahn-Netz im Jahr 2019 eine Betriebslänge von etwa 90 Kilometer haben. „2035 ist es durch eine weitere Erschließung der nördlichen und südlichen Stadtgebiete möglich, dass die Wiener Linien die magische Grenze von einer Milliarde Fahrgäste jährlich überschreiten“, so Höfling über die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Wien. Derzeit befördern die Wiener Linien rund 790 Millionen Fahrgäste pro Jahr. 35 Prozent aller in Wien zurückgelegten Wege fahren die Wienerinnen und Wiener mit der U-Bahn, der Straßenbahn oder dem Autobus. Das ist im Vergleich zu anderen europäischen Städten ein Spitzenwert.
U-Bahn-Ausbau schafft Arbeitsplätze und belebt Standorte
Die U-Bahn hat nicht nur Auswirkungen auf die Fahrgäste. „Jeder investierte Euro in die U-Bahn bringt beinahe einen weiteren Euro Wertschöpfung“, so Wilfried Schönbäck, Leiter des Fachbereichs Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik an der TU Wien. Der U-Bahn-Bau belebt die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt weit über die Grenzen Wiens hinaus. In einem durchschnittlichen Jahr kommen seit dem Beginn des U-Bahn-Baus in den 1970er-Jahren 4.700 Arbeitkräfte zum Einsatz. Und durch den laufenden Betrieb der U-Bahn werden zusätzlich weitere 5.450 Arbeitsplätze in ganz Österreich gesichert. Der U-Bahn-Ausbau in Randgebiete Wiens bewirkt auch eine Veränderung der Standorthierarchie. Der Erdberger Mais, mit Großprojekten wie dem neuen Büroviertel TownTown, profitierte etwa von der Verlängerung der U3. Die U-Bahn ist auch ein Wertfaktor am Wohnungsmarkt. Eine verbesserte Erreichbarkeit mit der U-Bahn attraktiviert diese Gebiete als Lebens- und Arbeitsraum.
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